15
Apr
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2011 war schon jetzt ein UNERHÖRT! -er Erfolg!
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Ich danke allen, die uns in diesem Jahr die Treue gehalten haben und weiterhin an die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Musikfilms glauben und uns unterstützen - mit ihrer für und mit uns aufgebrachten Zeit, den zur Verfügung gestellten Ressourcen, den gekauften Tickets und den positiven Feedbacks.

Zunächst die Fakten: zu den 8 Filmen, die wir zwischen 7. - 10. April in 4 Hamburger Programmkinos zeigten, kamen 380 Besucher. Der somit erzielte Kopienschnitt von 47 Zuschauer pro Film ist sicher zufriedenstellend.

Die Highlights sind in diesem Jahr nicht klar zu benennen. Alle Filme sind Topware, die auch auf anderen Festivals schon Lorbeeren einsammeln konnten, und sie wurden allesamt in Hamburg als Premieren gezeigt.

Das Programmspektrum war deutlich fokussierter als in den Vorjahren, es konzentrierte sich um popkulturelle Phänomene, die weltweit in ihren landestypischen Kontexten abgefilmt wurden.

Es gab in diesem Jahr fast zeitgleich 2 weitere Musikfilmfestivals (!) in Berlin. Damit hat UNERHÖRT! Hamburg sein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland nach 4 Jahren abgegeben. Aber es zeigt uns auf jeden Fall auch, dass dieses von uns so geliebte Filmgenre jedwede Existenzberechtigung hat, dass es in der kulturellen Erscheinung des Festivals genau die richtige Präsentationsform findet und dass es für solche Events auch ein Publikum gibt.

Auch wenn wir es schon seit Jahren immer wieder betonten, es muss auch an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden: wenn wir könnten, wie wir wollten, dann würden wir 2 Jahre lang jeden Tag einen anderen Musikfilm zeigen ... Die Tatsache, dass wir diesmal nur 8 Filmperlen zeigen konnten, ist ausschliesslich finanziellen Unzulänglichkeiten geschuldet, keineswegs progammqualitativen oder -quantitativen Engpässen!

Wie geht es weiter? Nun, wir haben es in diesem Jahr gezeigt, dass mit gesundem Selbstausbeutungswillen und guter Kooperationsbereitschaft (dank nochmal an die Dokfilmwoche!) auch unter widrigen Finanzbedingungen ein guter Event machbar ist, der einen Mehrwert für die Kulturlandschaft Hamburgs liefern kann. Es ist aber auch klar geworden, dass unser Festival eine Kulturveranstaltung ist, die ohne Unterstützung nicht überleben kann.

Wir freuen uns auf Eure Hilfe, das Festival weiterführen zu können (seid Ihr schon Mitglied?) und hoffen, Euch beim nächsten Mal wieder begrüssen zu können!

Ralf Schulze - Festivalleiter
09
Apr
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Ich selbst sah Muslime in Stereotypen
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Regisseur Omar Majeed spricht exklusiv mit UNERHÖRT! über seinen Film Taqwacore:

1) Warum hast du dieses Thema fuer Deinen Film gewählt?



Ich habe dieses Thema gewählt, da es die Gefühle, die ich selbst schon seit vielen Jahren hatte, ausgedrückt hat. Das Thema gibt jungen Muslimen auf der ganzen Welt eine Stimme, die nicht einfach in ein Muster, eine Kategorie oder eine Beschreibung passen. Die meisten Muslime werden als religiöse Extremisten und Fundamentalisten angesehen oder Du bist einfach kein Muslim. Ich wurde von einer Muslimfamilie aufgezogen aber ich bete nicht viel und ich tue eine menge un-muslimische Dinge. Trotzdem wende ich mich nicht gegen den Islam oder dagegen, ein Muslim zu sein. Das ist es was ich tun wollte und diese "Muslim Punk' Kids schienen die beste Stimme zu haben, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

2) Was war die grösste Hürde, die Du überwinden musstest?



Wie bei allen Dokumentarfilmen ist die grösste Hürde, das Vertrauen der betrachteten Personen zu gewinnen und zu behalten. Wie in einer Beziehung ist es ein Geben und Nehmen. Wir mussten alle über diese vier Jahre, die die Reise dauerte, glauben, dass wir in die selbe Richtung schwimmen, das wir uns gegenseitig verstanden und dass wir das uns Wohl des jewelis anderen am Herzen lag. Andere Hürden waren vergleichsweise niedrig. Zum Beispiel mussten wir Pakistanische Sicherheitskräfte umgehen, wenn wir in Moscheen filmten oder als wir in das grösste Muslimtreffen Amerikas schlüpften.

3) Was hat Dich am meisten überrascht?



Mich hat vieles überrascht, was Du in dem Film sehen kannst. Nur, weil ich ein Muslim bin, heisst das nicht, dass ich nicht die selben Stereotypen eines typischen Muslimen habe. Oft habe ich mir Situationen viel extremer vorgestellt, als sie dann letztlich waren. Ich dachte, wenn die Band auf der ISNA Convention die Bühne betritt, wird sie ausgebuht. Stell Dir vor, wie überrascht ich war, als ich junge hijabi Mädchen sah, wie sie sangen und ihre Fäuste in die Luft warfen! Es machte mir sehr deutlich, dass diese Menschen normale Menschen waren.

4) Was ist Dein liebster Musikdokumentarfilm?



Ich habe den film DIG!, der vor ein paar Jahren heraus kam, wirklich sehr geliebt! Ich glaube wirklich, dass er die Lage der Musikindustrie sehr gut eingefangen hat, in der eine tallentierte Underground-Band von ihren eigenen Dämonen verzehrt wird, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, grossen Erfolg zu feiern. Julian Temple Filme liebe ich ausserdem sehr. Besonders The Filth and the Fury. Beide Filme haben mich bei Taqwacoe sehr beeinflusst.

5) Welche Ratschläge kannst Du anderen geben, die Dokumentarfilme drehen möchten?



Hartnäckigkeit, Hartnäckigkeit, Hartnäckigkeit. Du wirst jede Menge Absagen hoeren und Du wirst mit wenig oder gar keinem Geld für eine lange Zeit kämpfen müssen. Wenn Du nicht - allen Widrigkeiten zum Trotz - durchaelst, bist Du tot! Geduld und Ausdauer ist was Du brauchst, um das eine "Ja!" zu bekommen, dass Dich weiterbringt. Taqwacore war wie zwanzig "Nein, danke" und fuenf "Ja, klar" ueber vier Jahre. Du musst starkes Engagement und eine klare Zielsetzung entwickeln, um dies zu verdauen.

Klick hier, für Details zu Taqwacore, dem Trailer und wann er läuft.
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08
Apr
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Simon sais...
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Ein besonderer Gruß von Simon Allen, dem Drummer der New Mastersounds:



Kurz und knackig... mehr am 8.4.2011 um 21.30 im B-Movie, Hamburg
Klicke hier für Infos, Trailer und Details.
06
Apr
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Es gibt keine Star-Allüren
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Regisseur Christian Hund spricht exklusiv mit UNERHÖRT! über seinen Film "Music from the Moon"

1) Warum hast du dieses Thema für Deinen Film gewählt?


Interesse an den Ländern Island und Grönland, musikbegeistert

2) Was war die größte Hürde, die Du nehmen musstest?


Mit kamerascheuen Menschen zu drehen. Kameratechnik bei -30 Grad.

3) Was hat Dich am meisten überrascht?


Es gibt keine Star-Allüren bei den Musiker und Künstlern. In Island jeder kennt jeden. Man unterstützt sich gegenseitig. Des Weiteren ist das Essen in den beiden Ländern immer für eine Überraschung gut!

4) Welches ist Deine Lieblingsmusikdokumentation?


Heima (Sigur Ros)

5) Dein Ratschlag für andere Dokumentarfilmer?


Auch ohne Filmfördergelder lässt sich ein gutes Ergebnis erzielen

Klickt hier für den Trailer, Informationen zum Film und wo er läuft.

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05
Apr
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Es war ein historischer Moment
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Regie- & Produzententeam Marca Hagenstad und Aaron Dunsay sprechen mit UNERHÖRT! exklusiv über ihren Dokumentarfilm "Coals to Newcastle"

1) Why did you chose this topic for your film?


Because we thought it was historically significant that this up and coming British funk band was going to visit New Orleans for the first time. What attracted us to them initially was their musical ability, and we conceived the film primarily as a concert film. However once we got started, we found a deeper story told through the eyes of 5 charismatic characters. The New Mastersounds gave us the opportunity to explore how music has the power to bring people together. They may live an ocean apart, but The New Mastersounds clicked with New Orleans musicians beautifully, simply because of a shared appreciation for the art form.

2) What was the biggest hurdle you had to overcome?


In the overall sense: money & time. We also had many technical issues during production and post-production. We lost all the footage from one camera at the house of blues performance. The surviving footage from that show had many corrupted frames. We had to cut the sequence from a single camera angle. Thankfully, the band played a four-hour show so me had just enough footage to fake the shots and make it work.

3) What surprised you the mose?


We were thrilled with all of the musicians that spontaneously joined in with the band. It was amazing to see master musicians like Stanton Moore and Ivan Neville jump on stage while we we rolling. We were also surprised at how cooperative all the musicians were who supported The New Mastersounds and our film by giving us interviews.

4) What is your favourite music documentary?


Marca: "Dig!" and Aaron: "Air Guitar Nation"

5) What is your advice for others who want to make documentaries?


Be passionate! Documentary filmmaking is not immediately rewarding. If you don't care enough about your subject/project no one else will, and you'll never see it through to the end.

Klicke hier für Infos, den Trailer und wann der Film läuft.
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