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Okt
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1000 ROBOTA in UTOPIA LTD. - letzte Chance für Hamburg!
UNERHÖRT! empfiehlt:

7.11.2011, 20 Uhr, im ABATON:

UTOPIA LTD.
90-minütiger Dokumentarfilm von Sandra Trostel
über und mit
1000 ROBOTA

Kurzer Blick in den Rückspiegel:
Im Frühling 2011 hätte UNERHÖRT! - als Teil der Hamburger Dokumentarfilmwoche - ja sehr gerne Sandra Trostels UTOPIA LTD. gezeigt. Die abendfüllende Dokumentation begleitet die lokalen Helden 1000 ROBOTA ein knappes Jahr lang - wie gemalt für UNERHÖRT! Sowohl die Regisseurin als auch der Verleih waren mit einer einmaligen Projektion einverstanden. Allein: die Sache kam nicht zustande, weil ein anderer lokaler Held kinowirtschaftliche Muskelspiele aufzuführen sich bemüßigt fühlte. Mit dieser Bemerkung wollen wir unser Bedürfnis, von der ganzen Welt als nachtragend angesehen zu werden, ausgelebt haben und machen einen Haken dran.
Für alle, die den Kinostart von UTOPIA LTD. verpasst haben, gibt es in Hamburg eine vorläufig letzte Chance, den Film zu sehen, und zwar am 7. November 2011 um 20 Uhr, natürlich im ABATON.
Hier nochmal die offizielle Beschreibung:

"Die drei Teenager Anton, Jonas und Basti sind die Band 1000 ROBOTA.
Sie haben viel vor: „Wir wollen Entstehung verursachen und nicht erinnern“, und sie wollen ihre Ideale leben. In einer von ökonomischem Druck geprägten Gesellschaft stellen 1000 ROBOTA sich selbst und andere infrage. Sie wollen sich nicht einfügen lassen in das, was von ihnen erwartet wird. In einer von Überangeboten überfluteten Welt streben sie nach Wertigkeit und wollen sich mit anderen in einer neuen Jugendkultur zusammenschließen.
Doch bald treten erste Schwierigkeiten auf: Die Plattenaufnahmen gestalten sich schwieriger als erwartet. Es kommt zum Streit mit dem Label über das Klangbild und dessen Verkäuflichkeit. Obwohl die Presse voll ist von ihnen, ist ihre erste größere Tour nur mäßig besucht. Obwohl die Londoner In-Crowd zu ihren Konzerten pilgert, reicht die Gage kaum für die Jugendherberge. Obwohl sie von Stefan Raab zum Bundesvision Song Contest eingeladen sind, sind die Verkaufszahlen der Platte nur mäßig.
Gebeutelt von den widrigen Umständen und der Kluft zwischen Alltag und Medienpräsentation wird ihr Enthusiasmus auf harte Proben gestellt.
Während 1000 ROBOTA zwischen Schule und Konzerten pendeln, müssen sie sich darüber klar werden, dass es schwierig ist, den Erwartungen der Plattenfirma, ihrer Eltern und den eigenen Träumen gerecht zu werden. Sind ihre Ideale nur Nostalgie?
UTOPIA LTD. zeigt die gesellschaftlichen Bedingungen der Kunstproduktion in einer Zeit, in der die Allgegenwart der medial stilisierten Selbstinszenierung die subkulturellen Abgrenzungsstrategien des zwanzigsten Jahrhunderts weitgehend absorbiert hat."
26
Okt
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30.10.2011: KARP @ GOLEM
UNERHÖRT! empfiehlt:

30.10.2011, 20 Uhr, im GOLEM:

KILL ALL REDNECK PRICKS - KARP LIVES! 1990 - 1998

UNERHÖRT! hat sich immer auch für die Musik jenseits des Rampenlichts interessiert. Manchmal kann man die Dinge (zum Beispiel das Musikbusiness) eben viel besser verstehen, wenn man sich anschaut, was in der Breite passiert. Oder am Rande des Geschehens (zum Beispiel in der Provinz). Oder jenseits des Rampenlichts in der Provinz in länger zurückliegender Vergangenheit.
Der Film "Kill All Redneck Pricks: KARP LIVES! 1990 - 1998" über die Band KARP scheint mal wieder genau so eine Perspektive zu bieten. Ich sage "scheint", weil ich bisher nur knappe fünf Minuten Ausschnitte daraus gesehen habe (Ihr könnt das auch, und zwar hier: http://karplives.com/watch). Rampenlicht? Eher nicht, obwohl das Trio aus Kindheitsfreunden einige berühmte Unterstützer hat (zum Beispiel die Melvins, zum Beispiel Bikini Kill - die anderen Berühmten, die der Pressetext aufzählt, sagen mir schon nichts mehr...). Provinz? Sicher: Tumwater, Washington State. Aktualität? Die Band hat sich bereits 1998 aufgelöst, 2003 starb ihr ehemaliger Drummer bei einem Bootsunfall - das ist zwar traurig, aber abseits der gewöhnlichen Rock'n'Roll-Tragödien auch das.
Was sich andeutet, ist ein ehrlicher, unaufgeregter und trotzdem präziser Rückblick über die Bedingungen von harter Gitarrenmusik nach Punk; was sich andeutet, sind Geschichten von persönlichen Entwicklungen. Einordnungen durch Underground-Celebreties sind da nur Ausschmückung, nicht unsympathisch, aber auch nicht weiter wichtig.
Vor allem aber: KARPs Rock rockt. Er brettert, ist laut, energisch und konsequent - und er produziert keine Künstlerposen, höchstens Zitate von Künstlerposen, lässige Parodien. Aber nie wird die Herstellung dieser Parodie auch nur annähernd zur Hauptsache.
Den vollständigen Pressetext gibt's auf der GOLEM-Seite (http://golem.kr/?p=863).
Dort steht auch zu lesen, dass William Badgley, der Regisseur des Films, persönlich anwesend sein wird. Das klingt ganz nach einem Musikfilm-Abend nach UNERHÖRT!-Geschmack!
Viel Spaß dabei wünscht Stefan von UNERHÖRT!