31
Okt
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1000 ROBOTA in UTOPIA LTD. - letzte Chance für Hamburg!
UNERHÖRT! empfiehlt:

7.11.2011, 20 Uhr, im ABATON:

UTOPIA LTD.
90-minütiger Dokumentarfilm von Sandra Trostel
über und mit
1000 ROBOTA

Kurzer Blick in den Rückspiegel:
Im Frühling 2011 hätte UNERHÖRT! - als Teil der Hamburger Dokumentarfilmwoche - ja sehr gerne Sandra Trostels UTOPIA LTD. gezeigt. Die abendfüllende Dokumentation begleitet die lokalen Helden 1000 ROBOTA ein knappes Jahr lang - wie gemalt für UNERHÖRT! Sowohl die Regisseurin als auch der Verleih waren mit einer einmaligen Projektion einverstanden. Allein: die Sache kam nicht zustande, weil ein anderer lokaler Held kinowirtschaftliche Muskelspiele aufzuführen sich bemüßigt fühlte. Mit dieser Bemerkung wollen wir unser Bedürfnis, von der ganzen Welt als nachtragend angesehen zu werden, ausgelebt haben und machen einen Haken dran.
Für alle, die den Kinostart von UTOPIA LTD. verpasst haben, gibt es in Hamburg eine vorläufig letzte Chance, den Film zu sehen, und zwar am 7. November 2011 um 20 Uhr, natürlich im ABATON.
Hier nochmal die offizielle Beschreibung:

"Die drei Teenager Anton, Jonas und Basti sind die Band 1000 ROBOTA.
Sie haben viel vor: „Wir wollen Entstehung verursachen und nicht erinnern“, und sie wollen ihre Ideale leben. In einer von ökonomischem Druck geprägten Gesellschaft stellen 1000 ROBOTA sich selbst und andere infrage. Sie wollen sich nicht einfügen lassen in das, was von ihnen erwartet wird. In einer von Überangeboten überfluteten Welt streben sie nach Wertigkeit und wollen sich mit anderen in einer neuen Jugendkultur zusammenschließen.
Doch bald treten erste Schwierigkeiten auf: Die Plattenaufnahmen gestalten sich schwieriger als erwartet. Es kommt zum Streit mit dem Label über das Klangbild und dessen Verkäuflichkeit. Obwohl die Presse voll ist von ihnen, ist ihre erste größere Tour nur mäßig besucht. Obwohl die Londoner In-Crowd zu ihren Konzerten pilgert, reicht die Gage kaum für die Jugendherberge. Obwohl sie von Stefan Raab zum Bundesvision Song Contest eingeladen sind, sind die Verkaufszahlen der Platte nur mäßig.
Gebeutelt von den widrigen Umständen und der Kluft zwischen Alltag und Medienpräsentation wird ihr Enthusiasmus auf harte Proben gestellt.
Während 1000 ROBOTA zwischen Schule und Konzerten pendeln, müssen sie sich darüber klar werden, dass es schwierig ist, den Erwartungen der Plattenfirma, ihrer Eltern und den eigenen Träumen gerecht zu werden. Sind ihre Ideale nur Nostalgie?
UTOPIA LTD. zeigt die gesellschaftlichen Bedingungen der Kunstproduktion in einer Zeit, in der die Allgegenwart der medial stilisierten Selbstinszenierung die subkulturellen Abgrenzungsstrategien des zwanzigsten Jahrhunderts weitgehend absorbiert hat."
26
Okt
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30.10.2011: KARP @ GOLEM
UNERHÖRT! empfiehlt:

30.10.2011, 20 Uhr, im GOLEM:

KILL ALL REDNECK PRICKS - KARP LIVES! 1990 - 1998

UNERHÖRT! hat sich immer auch für die Musik jenseits des Rampenlichts interessiert. Manchmal kann man die Dinge (zum Beispiel das Musikbusiness) eben viel besser verstehen, wenn man sich anschaut, was in der Breite passiert. Oder am Rande des Geschehens (zum Beispiel in der Provinz). Oder jenseits des Rampenlichts in der Provinz in länger zurückliegender Vergangenheit.
Der Film "Kill All Redneck Pricks: KARP LIVES! 1990 - 1998" über die Band KARP scheint mal wieder genau so eine Perspektive zu bieten. Ich sage "scheint", weil ich bisher nur knappe fünf Minuten Ausschnitte daraus gesehen habe (Ihr könnt das auch, und zwar hier: http://karplives.com/watch). Rampenlicht? Eher nicht, obwohl das Trio aus Kindheitsfreunden einige berühmte Unterstützer hat (zum Beispiel die Melvins, zum Beispiel Bikini Kill - die anderen Berühmten, die der Pressetext aufzählt, sagen mir schon nichts mehr...). Provinz? Sicher: Tumwater, Washington State. Aktualität? Die Band hat sich bereits 1998 aufgelöst, 2003 starb ihr ehemaliger Drummer bei einem Bootsunfall - das ist zwar traurig, aber abseits der gewöhnlichen Rock'n'Roll-Tragödien auch das.
Was sich andeutet, ist ein ehrlicher, unaufgeregter und trotzdem präziser Rückblick über die Bedingungen von harter Gitarrenmusik nach Punk; was sich andeutet, sind Geschichten von persönlichen Entwicklungen. Einordnungen durch Underground-Celebreties sind da nur Ausschmückung, nicht unsympathisch, aber auch nicht weiter wichtig.
Vor allem aber: KARPs Rock rockt. Er brettert, ist laut, energisch und konsequent - und er produziert keine Künstlerposen, höchstens Zitate von Künstlerposen, lässige Parodien. Aber nie wird die Herstellung dieser Parodie auch nur annähernd zur Hauptsache.
Den vollständigen Pressetext gibt's auf der GOLEM-Seite (http://golem.kr/?p=863).
Dort steht auch zu lesen, dass William Badgley, der Regisseur des Films, persönlich anwesend sein wird. Das klingt ganz nach einem Musikfilm-Abend nach UNERHÖRT!-Geschmack!
Viel Spaß dabei wünscht Stefan von UNERHÖRT!
15
Apr
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2011 war schon jetzt ein UNERHÖRT! -er Erfolg!
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Ich danke allen, die uns in diesem Jahr die Treue gehalten haben und weiterhin an die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Musikfilms glauben und uns unterstützen - mit ihrer für und mit uns aufgebrachten Zeit, den zur Verfügung gestellten Ressourcen, den gekauften Tickets und den positiven Feedbacks.

Zunächst die Fakten: zu den 8 Filmen, die wir zwischen 7. - 10. April in 4 Hamburger Programmkinos zeigten, kamen 380 Besucher. Der somit erzielte Kopienschnitt von 47 Zuschauer pro Film ist sicher zufriedenstellend.

Die Highlights sind in diesem Jahr nicht klar zu benennen. Alle Filme sind Topware, die auch auf anderen Festivals schon Lorbeeren einsammeln konnten, und sie wurden allesamt in Hamburg als Premieren gezeigt.

Das Programmspektrum war deutlich fokussierter als in den Vorjahren, es konzentrierte sich um popkulturelle Phänomene, die weltweit in ihren landestypischen Kontexten abgefilmt wurden.

Es gab in diesem Jahr fast zeitgleich 2 weitere Musikfilmfestivals (!) in Berlin. Damit hat UNERHÖRT! Hamburg sein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland nach 4 Jahren abgegeben. Aber es zeigt uns auf jeden Fall auch, dass dieses von uns so geliebte Filmgenre jedwede Existenzberechtigung hat, dass es in der kulturellen Erscheinung des Festivals genau die richtige Präsentationsform findet und dass es für solche Events auch ein Publikum gibt.

Auch wenn wir es schon seit Jahren immer wieder betonten, es muss auch an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden: wenn wir könnten, wie wir wollten, dann würden wir 2 Jahre lang jeden Tag einen anderen Musikfilm zeigen ... Die Tatsache, dass wir diesmal nur 8 Filmperlen zeigen konnten, ist ausschliesslich finanziellen Unzulänglichkeiten geschuldet, keineswegs progammqualitativen oder -quantitativen Engpässen!

Wie geht es weiter? Nun, wir haben es in diesem Jahr gezeigt, dass mit gesundem Selbstausbeutungswillen und guter Kooperationsbereitschaft (dank nochmal an die Dokfilmwoche!) auch unter widrigen Finanzbedingungen ein guter Event machbar ist, der einen Mehrwert für die Kulturlandschaft Hamburgs liefern kann. Es ist aber auch klar geworden, dass unser Festival eine Kulturveranstaltung ist, die ohne Unterstützung nicht überleben kann.

Wir freuen uns auf Eure Hilfe, das Festival weiterführen zu können (seid Ihr schon Mitglied?) und hoffen, Euch beim nächsten Mal wieder begrüssen zu können!

Ralf Schulze - Festivalleiter
09
Apr
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Ich selbst sah Muslime in Stereotypen
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Regisseur Omar Majeed spricht exklusiv mit UNERHÖRT! über seinen Film Taqwacore:

1) Warum hast du dieses Thema fuer Deinen Film gewählt?



Ich habe dieses Thema gewählt, da es die Gefühle, die ich selbst schon seit vielen Jahren hatte, ausgedrückt hat. Das Thema gibt jungen Muslimen auf der ganzen Welt eine Stimme, die nicht einfach in ein Muster, eine Kategorie oder eine Beschreibung passen. Die meisten Muslime werden als religiöse Extremisten und Fundamentalisten angesehen oder Du bist einfach kein Muslim. Ich wurde von einer Muslimfamilie aufgezogen aber ich bete nicht viel und ich tue eine menge un-muslimische Dinge. Trotzdem wende ich mich nicht gegen den Islam oder dagegen, ein Muslim zu sein. Das ist es was ich tun wollte und diese "Muslim Punk' Kids schienen die beste Stimme zu haben, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

2) Was war die grösste Hürde, die Du überwinden musstest?



Wie bei allen Dokumentarfilmen ist die grösste Hürde, das Vertrauen der betrachteten Personen zu gewinnen und zu behalten. Wie in einer Beziehung ist es ein Geben und Nehmen. Wir mussten alle über diese vier Jahre, die die Reise dauerte, glauben, dass wir in die selbe Richtung schwimmen, das wir uns gegenseitig verstanden und dass wir das uns Wohl des jewelis anderen am Herzen lag. Andere Hürden waren vergleichsweise niedrig. Zum Beispiel mussten wir Pakistanische Sicherheitskräfte umgehen, wenn wir in Moscheen filmten oder als wir in das grösste Muslimtreffen Amerikas schlüpften.

3) Was hat Dich am meisten überrascht?



Mich hat vieles überrascht, was Du in dem Film sehen kannst. Nur, weil ich ein Muslim bin, heisst das nicht, dass ich nicht die selben Stereotypen eines typischen Muslimen habe. Oft habe ich mir Situationen viel extremer vorgestellt, als sie dann letztlich waren. Ich dachte, wenn die Band auf der ISNA Convention die Bühne betritt, wird sie ausgebuht. Stell Dir vor, wie überrascht ich war, als ich junge hijabi Mädchen sah, wie sie sangen und ihre Fäuste in die Luft warfen! Es machte mir sehr deutlich, dass diese Menschen normale Menschen waren.

4) Was ist Dein liebster Musikdokumentarfilm?



Ich habe den film DIG!, der vor ein paar Jahren heraus kam, wirklich sehr geliebt! Ich glaube wirklich, dass er die Lage der Musikindustrie sehr gut eingefangen hat, in der eine tallentierte Underground-Band von ihren eigenen Dämonen verzehrt wird, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, grossen Erfolg zu feiern. Julian Temple Filme liebe ich ausserdem sehr. Besonders The Filth and the Fury. Beide Filme haben mich bei Taqwacoe sehr beeinflusst.

5) Welche Ratschläge kannst Du anderen geben, die Dokumentarfilme drehen möchten?



Hartnäckigkeit, Hartnäckigkeit, Hartnäckigkeit. Du wirst jede Menge Absagen hoeren und Du wirst mit wenig oder gar keinem Geld für eine lange Zeit kämpfen müssen. Wenn Du nicht - allen Widrigkeiten zum Trotz - durchaelst, bist Du tot! Geduld und Ausdauer ist was Du brauchst, um das eine "Ja!" zu bekommen, dass Dich weiterbringt. Taqwacore war wie zwanzig "Nein, danke" und fuenf "Ja, klar" ueber vier Jahre. Du musst starkes Engagement und eine klare Zielsetzung entwickeln, um dies zu verdauen.

Klick hier, für Details zu Taqwacore, dem Trailer und wann er läuft.
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08
Apr
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Simon sais...
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Ein besonderer Gruß von Simon Allen, dem Drummer der New Mastersounds:



Kurz und knackig... mehr am 8.4.2011 um 21.30 im B-Movie, Hamburg
Klicke hier für Infos, Trailer und Details.